Liebe Homepageleser / Feuerwehrkameradinnen- und Kameraden,
bei der Feuerwehr soll der Spaß nicht zu kurz kommen...
Aufgrund des Vorfalls im September 2025 zum Leistungsabzeichen an Bouber´s Weiher,
haben wir uns erlaubt, innerhalb der Feuerwehr Mäbenberg zum Geschichtenwettbewerb aufzurufen.
Wenn auch etwas verspätet, möchten wir euch die schönste Geschichte aus den Einsendungen natürlich nicht vorenthalten
Wir hoffen, dass wir so den ein oder anderen zum Nachdenken und auch Schmunzeln animieren können ;)
Die Geister-Fischer vom Boubers Weiher
Der Boubers Weiher, normalerweise ein Ort der friedlichen Stille und satter Angelträume, glich plötzlich einem Tatort. Tiefe Reifenspuren zogen sich wie Narben über die angrenzende Wiese, und am Ufer steckte ein rätselhafter
Holzstickel mit einem Leinenbeutel – unzweifelhafte Zeichen für ein Verbrechen!
Fischerei-Vorstand Günther (Name v.d. Redaktion geändert) kochte vor Wut und Verzweiflung. „Die haben uns abgefischt! Im großen Stil!“, wetterte er in die Runde der aufgebrachten Angler. Die Spuren waren eindeutig: Schleifspuren im Schlamm, die nur von einem Netz stammen konnten. Günther fackelte nicht lange: Er schickte eine dringende Nachricht in die WhatsApp-Gruppe des Vereins. „ACHTUNG! Erhöhte Wachsamkeit! Fischdiebe am Werk! Polizei eingeschaltet!“
Die Empörung in der Gruppe war gigantisch.
Die Polizei rückte an. Herr Kommissar Eberhofer, ein erfahrener Mann, beäugte die Spuren. „Professionelle Bande, würde ich sagen. Der Stickel ist ein Ankerpunkt. Hier wurde mit schwerem Gerät gearbeitet“, murmelte er in seinen Funk. Die Ermittlungen liefen auf Hochtouren.
Was Günther und die Polizei nicht wussten: Die mysteriösen „Fischdiebe“ trugen keine dunklen Kapuzen, sondern leuchtend gelbe Helme. Denn das, was hier „im großen Stil“ geschah, war in Wahrheit eine Übungsstunde der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr für die anstehende Leistungsprüfung!
Die tiefen Reifenspuren? Stammen vom schweren Löschfahrzeug. Die Schleifspuren? Die sind entstanden, als die tapferen Feuerwehrler in Windeseile Saugschläuche zur Wasserentnahme ins Gewässer verlegten und wieder herauszogen. Und der rätselhafte Holzstickel mit Leinenbeutel? Das war die Markierung , der Fixierpunkt, für die Saugstelle, die verhindert, dass man die Saugschläuche wieder aus dem Gewässer ziehen kann.
Das Lustige daran: Der Kommandant der Feuerwehr hatte die Übung im Vorfeld detailliert mit dem Fischerei-Vorstand Günther abgestimmt! Doch entweder war Günther von der Wichtigkeit des Fisches so abgelenkt, oder die Informationen waren beim letzten Stammtisch-Bier untergegangen – jedenfalls wusste er in seinem Eifer nichts mehr davon.
Die halbe Anglergemeinde hatte bereits Nachtwachen eingerichtet, und Kommissar Eberhofer stand kurz davor, einen Phantombild-Zeichner anzufordern.
Das überraschende Ende
Einige Tage später klingelte das Telefon bei der Feuerwache. Es war Kommissar Eberhofer.
„Guten Tag, hier Kommissar Eberhofer von der Kriminalpolizei. Melde mich wegen der Sache am Boubers Weiher. Die Ermittlungen sind... abgeschlossen.“
Der Kommandant der Feuerwehr, etwas nervös, fragte: „Und? Haben Sie die Diebe?“
„Nein“, antwortete Eberhofer trocken. „Aber wir haben den Tatbestand der ordnungsgemäßen Feuerwehrübung festgestellt.
Wir möchten Ihnen mitteilen, dass Sie den Stickel mit dem Beutel wieder abholen können. Und bitte, sagen Sie das nächste Mal dem Herrn Vorstand Günther persönlich Bescheid. Mit schriftlicher Bestätigung. Dann ersparen Sie uns beiden nächtliche Ermittlungen wegen ein paar glücklicher, nicht gestohlener Karpfen.“
Der Kommandant musste lachen. Günther dagegen schaltete seine WhatsApp-Gruppe auf stumm und dachte nur: Vielleicht sollte ich das nächste Mal einfach die Feuerwehr zur Bewachung einteilen...







